Traumata nach Krankenhaus und Intensivstation: meine Erfahrung mit EMDR

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Johann
Angehöriger
Veröffentlicht am 10. April 2026 um 18:13

Ich wollte etwas Wichtiges teilen, das anderen Eltern vielleicht helfen kann.

Unser Sohn war 5 Monate im Krankenhaus, davon 4 Monate auf der Intensivstation. Während dieser Zeit erlebt man Dinge, die niemand erleben sollte.

Ohne ins Detail zu gehen, gab es sehr harte Momente. Kinder, die es nicht schaffen. Gewaltsame Situationen. Bilder, die sich einprägen.

Danach wurde mir klar, dass es mir nicht gut ging. Bestimmte Geräusche versetzten mich sofort dorthin zurück. Bestimmte Bilder kamen in Schleife wieder. Es war unkontrollierbar und im Alltag sehr schwer zu ertragen.

Ich habe mich deshalb entschieden, eine Therapie namens EMDR zu machen.

Konkret ist es eine Methode, die Ende der 80er Jahre entwickelt wurde und dem Gehirn hilft, traumatische Erinnerungen zu "verdauen". Das Prinzip ist einfach: Man denkt an eine schwierige Erinnerung, während man bilateralen Stimulationen folgt (Augenbewegungen, Geräusche oder Klopfen).

Dies ermöglicht es dem Gehirn, die Information neu zu verarbeiten, ein bisschen so, als würde es sie richtig "ablegen". Die Erinnerung verschwindet nicht, aber sie verliert ihre emotionale Ladung.

In meinem Fall war es sehr wirksam. Die Erinnerungen sind immer noch da, aber sie überwältigen mich nicht mehr. Die Geräusche lösen diese sofortigen Reaktionen nicht mehr aus. Es ist, als ob all das endlich "archiviert" wäre.

Wenn Sie einen langen Krankenhausaufenthalt, eine Intensivstation oder eine schwierige Situation durchgemacht haben und spüren, dass es in Ihnen bleibt… bleiben Sie nicht allein damit.

Es gibt Lösungen.

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